Hier findet ihr all das, was ich sonst so schreibe und was vorzeigbar ist. Die Seite ist noch im Aufbau. Ich feile an den Texten.

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Kögüll

… aus meinem Buch ‚Vom Wispern der Wälder und vom Wesen des Wanderns‘

Es war einmal ein Land, in dem seit einigen Jahren eine Missernte der anderen folgte, so dass das Volk darb und nur mit Mühe über die Runden kam. Der spärliche Wuchs der Halme auf den Feldern war schließlich so kläglich, dass die Frucht an ihnen verkümmerte. Nun drohte eine Hungersnot. Soviel man auch den Boden auflockerte, um den morgendlichen Tau und den Regen, der nicht weniger fiel als in den fetten Jahren zuvor, an die Wurzeln der Gräser zu bringen, es nützte nichts. Dabei bestellte man die Felder doch so wie in den guten Jahren, als der Boden noch reichlich hergab, und jeder im Überfluss zu essen hatte und dies auch tat.

Kögüll


Der Gamaschenmann

… aus meinem Buch ‚Vom Wispern der Wälder und vom Wesen des Wanderns‘

Siehst du den Gamaschenmann,
Dort mit den dunklen Wolken treibt er heran.
Grollend und blitzend im schwarzen Gewand
Fegt er über Dörfer, Städte und Land.

In seinen Augen lodert der Wahn,
Mit ihm der Tod, sein ewger Kumpan.
Verderben bringt er mit jähem Schlag und gleißendem Licht,
Schnell, weiche und stelle dich nicht.

Nun ist es vorbei – in der Ferne Klagen,
Siehst du dort hinten die Flammen schlagen?
Hörst du, wie die Sirene heult?
Es war der Gamaschenmann, der sich ein Opfer geholt.

Der Gamaschenmann


Der Kiknökna

… aus meinem Buch ‚Vom Wispern der Wälder und vom Wesen des Wanderns‘

Mitten in einem tiefen Wald unter hohen, uralten Bäumen stand ein Haus, wie man es noch nie gesehen hatte, nicht weil es so schön und verwunschen war, sondern weil sein Anblick einem das Fürchten lehrte. Es lag in einer Senke umwachsen von dichtem Gebüsch, so dicht, dass man, wenn man dem schmalen Zugang folgte, beinahe gegen seine Mauern stieß, ohne es vorher überhaupt wahrgenommen zu haben. Bleich erstreckte sich die Fassade hinter dem immergrünen Blätterwerk einer hohen Hecke. Über dem strohgedeckten Dach schlossen sich die Kronen mächtiger Bäume zu einer undurchdringlichen Wand und ließen nicht ahnen, dass ein lichter Tag über ihnen herging. Obwohl es hier unten niemals richtig hell wurde, ging doch von dem Haus ein kaltes Leuchten aus, wie der fahle Schimmer von Nebel, wenn der Mond auf ihm steht.

Der Kiknökna